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Parodontitis

Was ist Parodontitis, und was hat Sie für Konsequenzen?

Parodontitis ist eine chronische Erkrankung des Zahnhalteapparates. Zum Zahnhalteapparat zählen wir den Kieferknochen, das Zahnfleisch sowie Bindegewebsfasern die den Halt des Zahnfleischs am Zahn optimieren, und somit den Zahn stabilisieren.
Ähnlich wie unser Darm und unsere Haut, ist der Mundraum von Mikroorganismen (Bakterien) besiedelt. Die meisten sind unschädlich und nur einige wenige sind Entzündungsauslösend. Kommt es  aufgrund  mangelnder Mundhygiene zu einer Verschiebung der Zusammensetzung der schädlichen und unschädlichen Mikroorganismen so antwortet das Immunsystem mit einer Entzündung auf diesen Zustand (Schwellung, Blutung sowie Schmerzen). Wird das Gleichgewicht nicht früh genug wieder hergestellt so setzt sich die Entzündung fest,und es werden weitere anatomische Strukturen zerstört, so dass die Mikroorganismen sich tiefer und dauerhafter einnisten können.

Zeitgleich wird dem Immunsystem eine Infektion gemeldet, worauf es mit einer Abwehrreaktion antwortet. Diese Abwehrreaktion wehrt zwar einige Keime ab, leider wird aber im Zuge der biologischen Prozesse auch eigenes Gewebe, also Knochen zerstört.

Im Bemühen den Angriff der Mikroorganismen abzuwehren, erreicht das Immunsystem das Gegenteil, es baut weiteren Knochen ab. Dieser Prozess verselbständigt sich, auch in Abhängigkeit weiterer Risikofaktoren (Nikotin, genetische Veranlagung, Immundefizite) und führt einem stetigen Abbau des Kieferknochens.

Für die Behandlung vieler Erwachsener, bei denen die Parodontitis ausreichend Zeit hatte sich „festzusetzen“ bedeutet es, dass trotz nunmehr optimaler Mundhygiene, mehrfacher Prophylaxesitzungen im Jahr und dem Einsatz von aufwendigen Hilfsmitteln, es weiterhin zu einem Abbau des Halteapparats kommt. Also in letzter Konsequenz zum Zahnverlust.

Warum geht der Knochenabbau weiter?

Weil die Bakterien den Entzündungsprozess in Gang bringen, aber nicht direkt für den Knochenabbau verantwortlich sind.

Bakterien zerstören keinen Knochen!

Für den Abbau des Knochens sind die genannten Mechanismen im Zusammenhang mit der Reaktion des Immunsystems auf das Missverhältnis nützlicher und schädlicher Mikroorganismen verantwortlich, so dass eine sinnvolle  Therapie an dieser Stelle, also am Immunsystem ansetzen muss.

Kann man die „Überreaktion“ des Immunsystems stoppen, und wenn ja wie?

Ja, indem man die verantwortlichen Mechanismen im Immunsystem ausschaltet, also direkt in den biologischen Umbauprozess am Kieferknochen eingreift. Erstaunlicherweise  geht das sehr einfach, schmerzfrei und nachhaltig effektiv.

Wir wissen, welche Enzyme bei der Parodontitis aktiv werden und Zellen die Knochen abbauen können aktivieren. An diesem Punkt greifen wir ein und zwar mit Hilfe eines in Gelform eingebrachten Medikaments, dem Doxyciclin®-Gel.

Natürlich müssen die Zähne und die Zahnfleischtaschen weiterhin gereinigt werden, um das Gleichgewicht in der Bakterienflora wiederherzustellen. Als Knochenregenerationstherapie(Bone-Remodelling) kommt direkt danach  das Doxy®gel zur Anwendung. Das Doxy®gel hat die Eigenschaft die abbauenden Zellen zu inaktivieren und die aufbauenden Zellen zu aktivieren, so dass bei wiederholter Gabe der Abbauprozess nicht nur gestoppt wird, sondern sogar neues Knochengewebe entsteht.

 

Behandlung mit Hightech-Unterstützung ,die EmunDo®-PTTherapie

Die sogenannte Photothermischetherapie mit EmunDo® ermöglicht es, Parodontitisbakterien besonders schonend und effektiv zu beseitigen. Dazu geben wir zunächst eine Farblösung in die Zahnfleischtaschen, wobei die Bakterien von diesem Farbstoff eingehüllt werden. Die Farbstoffpartikel reagieren auf eintreffendes Laserlicht, sodass die darin eingeschlossenen Bakterien zerstört werden – umliegendes Gewebe bleibt von dem Prozess ausgeschlossen. Wir haben eine Wirkung ähnlich der bei längerer Antibiotikagabe, ohne die Nebenwirkungen.
In weit fortgeschrittenen Fällen hat es sich als sehr effektiv erwiesen die Keime zunächst mit der Edmundo® Therapie zu reduzieren, um im Anschluss den Knochen mithilfe des Doxy®Gels zu regenerieren.

Risikotests, welche gibt es und wann sind Sie sinnvoll?

PSI Screening Test

Dieser Test verschafft schnell eine erste Diagnose hinsichtlich einer bestehenden  Parodontitis.

Der PSI wird alle zwei Jahre von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

Mikrobiologischer Test

Bei diesem Testverfahren wird überprüft ob Keime aus der schädlichen, Parodontitis auslösenden Gruppe vorliegen und in welcher Menge.

Bei positivem Befund gibt dieser Test einen Hinweis hinsichtlich der Anwendung der richtigen Antibiotika.

Die Kosten für den Test werden nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen

Gentest

Der Gentest gibt Auskunft ob das Immunsystem genetisch dazu neigt, bei entsprechendem Reiz , Richtung Parodontitis zu entgleisen.

aMMP8 Test

Unabhängig von den oberen Tests, lässt sich mithilfe des aMMP8 Tests sofort feststellen ob die parodontitistypischen Enzyme aktiv sind.

Alle Tests haben Ihre spezielle Indikation. Der PSI hilft die Risikogruppe zu bestimmen. Die weiteren Tests sind je nach Verlauf der Behandlung individuell einzusetzen. Vor allem vor Implantationen bei bekannter Parodontitiserkrankung ist eine weiterführende Diagnostik unabdingbar.

 

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